Pfandvertrag

Typische Elemente

Ein Pfandvertrag enthält in der Regel folgende Rechte und Pflichten:

Bank

  • Entgegennahme der Kreditsicherheiten als Pfandobjekte
  • (beschränktes dingliches Recht/unmittelbarer Besitz)
  • Sicherungsrecht / Sichere Verwahrung
  • Verwertungsrecht
    • bei Nichtbefolgung der Nachschuss-Aufforderung
    • bei Nicht- oder nur teilweiser Tilgung der Kreditschuld
  • Wahlrecht für die Verwertungsart
    • Privatverwertung und/oder Zwangsvollstreckung
    • Selbsteintrittsrecht.
    • Dispensation, die Verwertung nach Nichterfüllung des margin calls nochmals ankündigen zu müssen

Kreditnehmer

  • Pfandbestellung
    (Eigentumsrecht bleibt bestehen)
  • Rückgabeanspruch bei Kreditrückzahlung.

Akzessorietät

Das Pfandrecht ist im Verhältnis zur Kreditforderung akzessorisch, d.h.

  • das Pfandrecht besteht nur sofern und soweit eine Kreditforderung vorhanden ist;
  • der Untergang der Pfandforderung bewirkt das Dahinfallen des Pfandrechts.

Subsidiaritätsgrundsatz

Weiter gilt der sog.  Subsidiaritätsgrundsatz, wonach die Bank das Pfandrecht erst realisieren darf, wenn die Kreditschuld nicht durch den persönlichen Schuldner bei Fälligkeit der Forderung befriedigt wurde.

Zu beachten:

Die Nachschusspflicht (Sicherheit) und die Fälligkeit des Lombardkredits dürfen nicht vermengt werden.
Gemäss den meisten Vertragswerken wird der Kredit mit der Nichterfüllung der Nachschusspflicht vorzeitig fällig und reduziert sich unter Anrechnung des Pfandverwertungserlöses auf die ggf. nicht mehr gedeckte Kreditrestanz, also den Pfandausfall.

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